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Weihnachten – die Spendensammler sind unterwegs

Wem geben wir unser Geld, wie viel geben wir und wie werden wir bessere “Fundraiser”?

Rund um Weihnachten erhalten viele von uns wieder viele Spendenaufrufe in Form von zugesandten Weihnachtskarten, oder Geschenkeanhängern usw., verbunden mit einem Erlagschein und der Bitte, eine Spende zu überweisen.

Und offenbar „rentiert“ sich das auch, sonst würden es die Organisationen ja nicht machen.

Ich selber betreue eine Hilfsorganisation und habe mir in diesem Zusammenhang den „Spendenmarkt“ in Österreich angesehen (der wohl in Deutschland nicht so viel anders sein wird) und bin dabei zu einigen Schlussfolgerungen gekommen.

Der Spendenmarkt in Österreich

Ich hoffe, meine LeserInnen verzeihen mir, wenn ich in diesem Fall von „Markt“ spreche, aber wir werden noch sehen, dass sich auch NGOs, wie andere Unternehmen, in einem Wettbewerb befinden.

In Österreich wurden im Jahre 2010 laut Schätzungen des Fandraising Verband Austria www.fundraising.at rund € 400 Mio. gespendet.


Bei den Spenden pro Einwohner liegen die USA und UK deutlich vor Deutschland oder Österreich. Besonders die Unternehmensspenden haben in den USA eine deutlich stärkere Ausprägung und werden auch mehr gefördert als in Europa.

Wofür spendet Österreich?

 

Kinder, Tiere und Inlandskatastrophen (Hochwasser, etc..) stehen an der Spitze der „attraktivsten“ Spendenziele. Eher weniger Unterstützung erhalten Naturschutz, sozial Benachteiligte und behinderte Menschen.

Es ist wahrscheinlich keine neue Erkenntnis, wenn ich feststelle, dass man bei bestimmten Themen mehr Spendenvolumen generieren kann und bei anderen es deutlich schwerer ist.

Aber diese Betrachtung ist nun schon wirklich sehr materialistisch, denn Gott sei Dank spenden wir ja hauptsächlich deswegen, weil wir von einem Ereignis emotional betroffen sind und helfen wollen. Trotzdem stellt sich aber auch die Frage, warum manche Ereignisse uns weniger spendenfreudig machen (zB Hunger, Obdachlose,..)?

Wer sind die erfolgreichsten Spendensammler?

 

Knapp 50% des Spendenaufkommens erhalten die Top 10 Organisationen. Ähnlich wie in der klassischen Marktwirtschaft, zählen Bekanntheit, Image und das „Produktkonzept“ zu den Erfolgskriterien im Fundraisingbereich.

Der große Unterschied ist jedoch, dass im Gegensatz zu zB. Waschmittel, Softdrinks usw., wo es in der Regel nur 5-10 Anbieter gibt, der Spendenmarkt von mehreren hundert größeren und vor allem kleineren Organisationen bearbeitet wird.

Und natürlich gibt es hier einen immens starken Wettbewerb, wenn es darum geht, Gelder aufzutreiben. Ein guter Spendensammler muss auch ein guter Marketing-/Verkaufsprofi sein, muss Beziehungen nutzen können und ein Naheverhältnis zu politischen und gesellschaftlich relevanten Institutionen haben.

Wie sehen typische Spender aus?

  • Frauen spenden eher als Männer
  • Je älter, desto mehr wird gespendet
  • 84% der Menschen über 50 bzw. sogar 90% der Menschen über 60 Jahre spenden
  • Menschen, die auf dem Land leben spenden eher als Städter
  • Je höher die Ausbildung, desto eher wird gespendet

Auch keine großen Überraschungen, aber für Zielgruppenmarketing eine wichtige Information. Besonders die noch „unentdeckte“ Zielgruppe der jungen, urbanen Menschen hätte hier noch Potential: warum nicht einmal ein SpendenClubbing, oder eine „RegenbogenCharity“ veranstalten? Oder statt Weihnachtskarten einmal eine Promotion mit iTunes oder App-Herstellern?

Chance für kleine Spenden-Initiativen

So mancher von uns wird in den nächsten Tagen vielleicht selbst eine Spendenaktion durchführen oder irgendwie daran beteiligt sein. Dann wäre es vielleicht hilfreich sich folgende Fragen zu stellen:

  • Wenn ich auf die gleiche Art wie die Großen versuche, Spenden zu bekommen, wie erfolgreich bin ich dann?
  • Welche neuen Ideen können dazu beitragen, mich von anderen Organisationen abzugrenzen und dadurch auffälliger und erfolgreicher zu sein?
  • Was wird die Basis für den Erfolg sein: meine persönlicher Betroffenheit, oder eine tolle Fundraising-Idee, die Menschen motiviert, großzügig zu sein?

Um es klar auszusprechen: persönliche Betroffenheit ist eine sehr positive Wesensart und macht uns zu besseren Menschen. Aber wie oben erwähnt, haben Spendensammler starke Mitbewerber.

Und nur damit ich meine persönliche Betroffenheit ausleben kann, noch ein Link zu der Organisation, für die ich tätig sein darf.  Für alle, die noch nicht wissen, wem sie die Weihnachtsspende geben sollen. www.global-family.net

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