social media marketing Begriffswolke

Social Media Marketing

Social Media ist einfach nicht mehr wegzudenken. Millionen Menschen haben ein Konto in einem der vielen Netzwerke und sind mehr oder weniger darin aktiv tätig.

Als Unternehmen besteht im Bereich des Social Media Marketing großes Potential, neue Kunden zu gewinnen und die eigene Reichweite der Unternehmenspräsenz deutlich zu steigern.

Aber nicht umsonst findet sich das Wort „Marketing“ im Titel, was bedeutet, dass ein gezieltes und strategisches Vorgehen notwendig ist, um im Social Media Marketing unternehmerisch erfolgreich zu sein.

Zielfragen:

  • Was bedeuten die Begriffe Social Media Marketing und Netzwerk?
  • Wie erfolgt der erfolgreiche Einstieg in Social Media?
  • Welche Instrumente beinhaltet Social Media?
  • Welche sozialen Netzwerke passen zum Unternehmen?

Was ist Social Media Marketing?

Darunter versteht man:

  • das gezielte Marketing über soziale Netzwerke,
  • ein Prozess, der es Menschen ermöglicht für ihre Website, Produkte oder Dienstleistungen in sozialen Netzwerken zu werben. (Lamenett, 2015, S.243)

In diesem Zusammenhang ist streng zwischen privater und unternehmerischer Nutzung von sozialen Netzwerken zu unterscheiden.

Während sich die private Nutzung vorwiegend auf persönliche Einstellungen/Meinungen/Situationen/etc. bezieht, meint man mit dem Begriff „Social Media Marketing“ die unternehmerische Nutzung.

Praxistipp:

Trennen Sie im Einsatz von sozialen Netzwerken zwischen Ihrer Privatperson und Ihrem unternehmerischen Auftritt.

Warum scheitern viele Unternehmen in sozialen Medien?

Die Chancen sind für Unternehmen grundsätzlich sehr groß. Wer möchte nicht durch wenige Klicks Massen erreichen und erfolgreich hohe Umsätze tätigen?

Leider fehlt es sehr oft an einer Strategie und dem strukturierten Vorgehen, um in Social Media erfolgreich zu sein. Postings, Videos, Tweets, etc. einfach online stellen und auf Zustimmung warten, reicht in der Regel nicht aus.

Strategie für den Einstieg in „Social Media“

1. Ziele setzen

„Mehr Umsatz“ mag als Endergebnis möglicherweise zutreffen, davor sind jedoch andere Teil-Ziele zu erreichen, wie zB Bekanntheit und Imageaufbau, Kundenbindung durch Wissensbereitstellung, etc.

2. Zielgruppe bestimmen

Findet man die eigene Zielgruppe überhaupt in sozialen Netzwerken und wenn ja in welchen Netzwerken?
Wie ist das Verhalten der Zielgruppe in diesen Netzwerken?
Welche Themen findet die Zielgruppe interessant?
Auch wenn mittlerweile Personen jeden Alters in sozialen Medien aktiv sind, kann die Anzahl der erreichbaren Personen stark schwanken. Im Business to Business Bereich wird man die Zielgruppe möglicherweise in ganz bestimmten Netzwerken finden, in anderen wiederum nicht.

Praxistipp:
Vergleichen Sie die Kosten der Kundenansprache über verschiedene Kanäle.  Wo erreichen Sie Ihre Kunden mit dem geringsten Budgetaufwand? Verwenden Sie als Basis für den Vergleich „Kosten/erreichte Personen in der Zielgruppe“.

Möglicherweise kann Sie ein Profi bei der Bestimmung Ihres Social Media Auftrittes unterstützen!

3. Unternehmensauftritt

Stimmt der Unternehmensauftritt in Social Media überein mit dem restlichen Bild des Unternehmens, zB mit der Website oder den Werbematerialien? Der einheitliche Auftritt eines Unternehmens wirkt sich positiv auf die Wiedererkennung aus und unterstreicht das Image des Unternehmens.

4. Planung von Inhalten und verantwortlichen Personen

Mit welchen Themen können Unternehmen die Zielgruppe begeistern und animieren? Es muss ein Plan erstellt werden, wann welche Themen veröffentlicht werden. Abwechslung und hoher Informations-/Unterhaltungswert sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verbreitung im „Netz“.

Arbeit in Social Media ist mitunter sehr zeitintensiv, deshalb muss auch der damit verbundene Aufwand berücksichtig werden. Die Beantwortung von Fragen oder Kommentaren der User ist wichtig. Wer ist dafür verantwortlich, wer „betreibt“ den Netzwerk-Auftritt?

5. Mögliche Risiken vorab bedenken

Der Auftritt in sozialen Medien bedeutet mitunter auch das Auslösen unterschiedlicher Meinungen innerhalb der Netzwerk-Community. So kann ein harmloser Artikel, zB über die regional angebotene Gänseleber, zu starken Diskussionen und sogar gegenseitigen Angriffen auf dem Portal/Konto des Unternehmens führen.

In diesem Fall sollte die Art und Weise der Unternehmens-Reaktion geklärt sein. Idealerweise überlegt man im Vorfeld, wie mögliche „Shitstorms“ vermieden werden können.

Instrumente des Social Media Marketings

Blog

Der (oder auch „das“) Blog ist quasi der kleine Bruder der Website, der jedoch eine große Wirkung haben kann.
Unter Blog versteht man eine untereinander gereihte Ansammlung von Artikeln (Posts) zu unterschiedlichen Inhalten. Der Betreiber des Blog wird Blogger genannt. Im Social Media Marketing nimmt der Blog eine wichtige Position im Zusammenhang mit Suchmaschinen Marketing ein.

Im Gegensatz zur Website ist der Blog sehr dynamisch und inhaltlich Veränderungen unterworfen. Sehr oft bietet der Blog die Möglichkeit für die Besucher Kommentare zu hinterlassen und Meinungen zum Ausdruck zu bringen.
Für Unternehmen kann der Firmenblog eine zusätzliche Maßnahme sein um besser gefunden zu werden.

Sehr oft ist der Blog Teil der Firmenwebsite zB. unter dem Menüpunkt „Aktuelles“. Ein Firmenblog kann verschiedene Themen zu Ihrem Geschäft oder aus Ihrer Branche beinhalten und dadurch über Suchmaschinen zusätzliche Besucher auf die Website bringen. Darüber hinaus dient der Blog auch zur Gewinnung von Newsletter Anmeldungen.

Sehr erfolgreich sind Blogs, die wirkliche Hilfestellungen für Suchende geben.

Beispiele für Blogartikel (Posts)

– Als Friseur/in könnten Sie zB. über die neuesten Frisur-Modetrends schreiben, oder Tipps für die Pflege von Haaren.

– KFZ-Mechaniker/innen können zB. über die Winterreifenpflicht informieren.

Durch geschickten Einsatz von Links ist es möglich, die Besucher auf Ihre eigentliche Zielseite weiterzuleiten und dadurch zusätzliche Besucher zu gewinnen.
Die technische Erstellung eines Blogs erfolgt wie eine Website über die gleichen Systeme (zB. Word Press).
Der Blog lebt davon, möglichst aktiv betrieben zu werden und auf aktuelle Ereignisse einzugehen. Das bedeutet aber, dass Sie als Unternehmer/in doch einige Zeit dafür investieren müssen, um Erfolg zu haben.

 

Videoportale

Videoportale (zB. YouTube) erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele Unternehmen veröffentlichen Filme über das Produkt- oder Dienstleistungsangebot.
Zu beachten ist jedoch, dass reine Werbefilme in der Regel auf keine große Begeisterung der Betrachter treffen.

Was sehen sich Nutzer auf Youtube an?

  • 88% Unterhaltung
  • 65% Lernen
  • 50% Austausch mit anderen
  • 75% der Filme sind Musikvideos

(Quelle: FR Public Relations)

Die Kosten für die Produktion von professionellen Filmen dürfen nicht unterschätzt werden, weshalb meist große Unternehmen auf Videoportalen präsent sind.
Kleinere Firmen versuchen mit zT. selbstproduzierten Kurzfilmen den Interessenten Einblick in Produktionsverfahren, oder die besonderen Eigenschaften von Produkten zu geben.

 

Soziale Netzwerke

Social Media Instrument Netzwerke

                                        Bildquelle: Pixabay.com

Neben den großen, bekannten Netzwerken gibt es auch viele kleinere, teilweise sogar in sich abgeschlossene (auf Basis von Clubmitgliedschaften) Netzwerke.

 

Facebook

Social Media Netzwerk Facebook
Quelle Grafik: FR.PUBLIC.RELATIONS.GmbH,
Datenquelle: artworx.at, 2016

Facebook ist mit rund 3,7 Mio. Konten mit Abstand das größte soziale Netzwerk in Österreich. Männer und Frauen sind nahezu ausgeglichen, in der Altersverteilung ist die größte Untergruppe jene der 20-29-jährigen.

Die in der klassischen Werbung oft eingesetzte „werberelevante Zielgruppe“ der 14-49-Jährigen vereinen etwa 3 Mio. Konten. Erst ab über 60 Jahren nimmt der Anteil der Facebook-Konten deutlich ab.

Für viele Unternehmen, ob groß oder klein, ist Facebook daher ein wichtiges Social Media Marketing -Instrument um die jeweiligen Zielgruppen zu erreichen.

 

Business Netzwerke

In Österreich sind besonders XING und LinkedIn die bekanntesten Business Netzwerke. Wie schon die Bezeichnung andeutet, handelt es sich hier um Netzwerke, die sich auf Geschäftsbeziehungen aber auch Personalsuche konzentrieren. Der Bereich Unterhaltung im Sinne von lustigen Videos oder Freizeitvergnügen ist hier nicht von größerer Bedeutung.

Für viele Unternehmen, deren Kunden auch wieder Unternehmen sind (klassisches B2B) können diese Netzwerke hilfreicher sein, als die großen „Social Networks“. Auch bei Business Netzwerken geht es darum, möglichst viele Kontakte zu gewinnen. Diese sollen durch die dargestellten, unternehmerischen Leistungen überzeugt werden.

Stärker als in großen allgemeinen Netzwerken, ist in Business Netzwerken der persönliche Kontakt besonders wichtig, also die Vernetzung von Person zu Person, zB von Unternehmen und Einkaufsleitung des Kunden.

Social Media Instrument Business NetzwerkeQuelle Grafik: eigene Darstellung, Quelle Daten: FR.PUBLIC.RELATIONS.GmbH

 

Beispiel für die Wahl eines Business-Netzwerkes:

Ein Installationsbetrieb möchte deutlich stärker für große Planungs- und Baufirmen im Bereich Wohnungsbau tätig werden und deshalb über Business-Netzwerke Geschäftsbeziehungen aufbauen. Gleichzeitig nutzt der Installationsbetrieb das Business-Netzwerk, um mögliche neue Geschäftspartner mit Referenzkontakten von den eigenen Leistungen zu überzeugen.

 

Werbung in Business Netzwerken

Wie in anderen Netzwerken, sind bezahlte Werbeeinschaltungen auch in Business Netzwerken möglich. Die Eingrenzung auf bestimmte Branchen, Regionen und Funktionen der möglichen Ansprechpartner, ist gerade im B2B-Geschäft eventuell deutlich wirkungsvoller, als in großen Netzwerken.

 

Instagram

Instagram ist ein Netzwerk, in dem Fotos und Videos geteilt werden. Mittlerweile ist Instagram in Österreich das 3.stärkste soziale Netzwerk und besonders bei Jugendlichen sehr beliebt. Laut Social Media Radar (vgl. FR.PUBLIC.RELATIONS.GmbH 2016) besitzen rund 840.000 Personen ein Instagram Konto.

Die Kommunikation findet, wie erwähnt, vorwiegend über Bilder und Videos statt. Somit unterscheidet sich dieses Netzwerk von anderen, wie zB. Facebook, wo Bilder eher unterstützend wirken.

Als Unternehmen stellt sich die Frage, ob Instagram dazu dienen kann, neue Kunden zu gewinnen und was zu beachten ist.

Ideale Voraussetzungen:

  • Junge Zielgruppe
  • Produkte und Dienstleistungen sollten über Bilder „sprechen“ können. D.h. einige Branchen wie zB Mode, Style, Design, Freizeit sind eher geeignet, als besonders technische oder „nicht darstellbare“ Dienstleistungen zB Beratung.
    Ziel: Gewinnung von Abonnenten (Folger)
  • Gruppenbildung und Auffindbarkeit durch sogenannte Hashtags (#)
  • Qualitativ ansprechende Bilder/Videos steigern die Anzahl der Folger.
  • Bezahlte Werbung möglich

Beispiel Instagram FriseurIn:

Ein Friseursalon fotografiert (mit Einverständnis der KundInnen) gelungene Haarkreationen und postet die Bilder auf Instagram unter den Hashtags #frisuren, #sanktpölten. Und erreicht damit Personen, die sich für Haartrends interessieren und darüber hinaus Personen die an Ereignissen in Sankt Pölten interessiert sind.

Social Media Instrument Instagram

Quelle: Screenshot Instagram

 

Weitere Netzwerke

Google+

Das soziale Netzwerk des Suchmaschinenbetreibers Google. Rund 900.000 Konten in Österreich.

Twitter

Kurznachrichtendienst (maximal 280 Zeichen)

Snapchat

Versenden von Nachrichten (Instant-Messaging-Dienst), vorwiegend Fotos, die nur eine

kurze Zeit sichtbar sind.

WhatsApp

Beliebtestes soziales Netzwerk bei Jugendlichen, werbefrei.

 

Fazit

Besonders Jungunternehmer/innen haben zwar viel fachliches Wissen über ihren eigentlichen Beruf, aber in den Bereichen Online-Marketing und Social Media Marketing beschränken sich die Maßnahmen vorwiegend auf die Errichtung einer Website und ein paar Einträgen in „Sozialen Netzwerken“. Dabei gibt es gerade im Online-Bereich viele Wege, aber auch notwendige Voraussetzungen, um online besser gefunden zu werden.

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